Nestlé

Nestlé investiert 220 Millionen Euro in ein neues Werk und wird ab Ende 2013 mit der Produktion von Nescafé Dolce Gusto-Kaffekapseln in Schwerin beginnen. Bisher wurde von Seiten der Stadt- und Landespolitik jegliche Kritik am Nestlé-Konzern mit dem Argument, dass 450 Arbeitsplätze geschaffen werden, weggewischt. Stattdessen feiern die lokal Verantwortlichen die Nestlé-Ansiedlung als riesen Erfolg.

 

Dabei lohnt es sich einmal genauer hinzuschauen, was für einen Konzern man sich hier in die Stadt geholt hat. Die Kritikpunkte sind umfangreich und hinlänglich bekannt, auch wenn unsere Stadt- und Landespolitiker diese ignorieren.

 

Nestlé wird in Schwerin Nescafé Dolce Gusto-Kaffekapseln produzieren. Mal abgesehen von dem unnötigen Abfallproblem, das durch Millionen von Kaffeekapseln entsteht, wird hier ein Luxusgut produziert, bei dem das Kilo Kaffee 44 Euro kostet.

 

Die Liste der Vergehen von Nestlé ist lang. Ob Kinderarbeit auf Kaffee- und Kakaoplantagen, Ausbeutung und Arbeitnehmerrechtsverletzungen mit zum Teil brutalen Übergriffen auf Streikende durch Polizei und Nestlé-Sicherheitsmitarbeiter, illegale Verarbeitung von Genprodukten oder aggressive Werbung für Milchpulver in der zweiten und dritten Welt. Lt. Schätzungen der UN fordert der Verkauf von Milchpulver etwa 1,5 Millionen Tote pro Jahr. Nestlé besitzt einen Weltmarktanteil von 40 % im Bereich des Milchpulvers.

 

Ein weiterer Kritikpunkt bezieht sich auf das Engagement Nestlés beim Wasser. Für Nestlé ist Wasser kein Menschenrecht, sondern eine handelbare Ware, wie jede andere auch, deren Preis über den Markt geregelt werden sollte. Deshalb versucht der Nestlé-Konzern als weltgrößter Flaschenwasserhersteller die Quellen unter seine Kontrolle zu bekommen, was zu katastrophalen Folgen für die Bevölkerung und Umwelt führt.

 

Selbst vor Mordaufträgen schreckt dieser Konzern nicht zurück. Nestlé-Manager haben veranlasst, dass ein kolumbianischer Gewerkschafter, der gegen Nestlé aussagen sollte, von rechten Paramilitärs ermordet wurde.

 

Eine Schweizer attac-Gruppe hat über die Machenschaften von Nestlé ein Buch geschrieben. Diese Gruppe wurde mit Spitzeln durch eine Security-Firma, beauftragt von Nestlé, unterwandert und jahrelang ausspioniert. Darüber hinaus versucht Nestlé mit allen Methoden die Ausstrahlung kritischer Beiträge wie z.B. den Film Water Makes Money zu verhindern.

 

Nestlé trägt nicht zur Lösung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Probleme bei, sondern verstärkt diese. Gierige und rücksichtslose Shareholder Value-Konzerne wie Nestlé sind für die zunehmende Ungleichheit, millionenfache Armut und den Tod tausender von Menschen Jahr für Jahr mitverantwortlich.  

Die Nestlé-Ansiedlung in Schwerin

Kritik des Nestlé-Imperiums

Nestlé und das Flaschenwasser

Nestlé und die Kaffeekapseln

Nestlé und die Arbeitnehmerrechte

Nestlé und der Kaffee- und Kakaomarkt

Nestlégate

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